Sie befinden sich aktuell in den Spirituelle Psychologie Blog-Archiven für den folgenden Tag 24.4.2008.
- Begrüßung (4)
- Spirituelle Psychologie (171)
- Zähler (1)
- 4.2.2009: Umgezogen...
- 7.1.2009: Wahre Liebe
- das aufrechte Herz - 6.1.2009: Ein Karmischer Knoten
- zwei Körper, acht Seelen und eine Vielzahl von Beziehungen - 1.1.2009: Meine Wünsche für 2009
- 30.12.2008: Mystifizierung - Der Wahnsinn in der Familie
- 28.12.2008: Die verfluchten geraden Zahlen...
- 27.12.2008: Fraktale Ankündigung
- 27.12.2008: Zunahme rechtsradikaler Straftaten
- 26.12.2008: Die katholische Kirche und der keltische Tempel
- 26.12.2008: Keltenschanzen
Gedichte und Liedskizzen
Information
Archive für 24.4.2008
Projektion, psychologisch und physikalisch
24.4.2008 von Ralf C Maucher.
Vorgestern habe ich einem jungen Ingenieur empfohlen, sich mit Quantenphysik vertraut zu machen (nicht auseinanderzusetzen!), weil so der Abstand zwischen Gott und Wissenschaft überwunden werden kann.
Ich möchte einen weiteren Beitrag hierzu leisten, indem ich den Begriff der Projektion betrachte: Erst mit den Augen meiner ursprünglichen Wissenschaft, der Psychologie und anschließend aus der Sicht der Physik.
In der Physik werden zwei Blickrichtungen nötig sein: Die erste kommt aus der Optik und die zweite aus der Quantenphysik. Dort hat sie wiederum ein psychologisches Konnotat.
Die Psychologie bezeichnet als Projektion eine Zuordnung von Eigenschaften auf ein Objekt, die dieses Objekt nicht hat. Das Objekt kann eine Person oder ein beliebiger Meinungsgegenstand sein. Die übertragenen Eigenschaften entstammen dem Unbewußten und betreffen sowohl negative (das ist die Regel) als auch positive Wertungen. Sie kann aus dem individuellen oder kollektiven Unbewußten kommen.
Einfach gesagt:
Wir sehen etwas, das es nicht gibt. Es ist Einbildung und wir sehen nicht, daß es Einbildung ist.
Kommen wir zur Physik:
a) Eine Projektion in der klassischen Physik ist eine Übertragung optischer Information auf einen Informationsträger. Der Hintergrund, auf den die Information auftrifft, wird nicht als Inhaber der projizierten Eigenschaften gesehen, sondern als Träger, als Reflektor. Alltägliche Beispiele sind eine Dia- oder Beamerprojektion. Da hier der Projektionsvorgang von außen betrachtet wird, kann er als solcher erkannt werden.
b) In der Quantenphysik gibt es eine ganz besondere Beobachtung, sie ist übrigens schon siebzig Jahre alt: Photonen (=Licht) werden durch einen Doppelspalt (das sind zwei Schlitze) geschickt. Hier die Abbildung:
Wir messen, wo und wie die Photonen hinten auf der Wand auftreffen. Und zwar messen wir es einmal, ohne zu ermitteln, was vorne am Doppelspalt passiert und einmal messen wir, was am Doppelspalt passiert.
Im ersten Fall verhalten sich die Photonen wie eine Welle, sie durchfluten den Doppelspalt und kommen auf der Wand als Welle an. Siehe nachfolgende Abbildung.
Wenn wir wissen wollen, was am Spalt passiert, müssen wir auch dort messen. Jetzt geschieht das Unerwartete: Durch die Messung verändern sich die Eigenschaften der Photonen an der Wand.Während sie vorher Wellen waren, sind sie jetzt Teilchen geworden. Die eine Hälfte geht durch den linken Spalt, die andere durch den rechten Spalt, auf der Wand kommen jetzt zwei Teilchen-’Häufchen’ an.
Der Begriff der Projektion trifft auf diese Untersuchung in doppelter Weise zu:
- Es gibt eine ‘physikalische Projektion’ an der Wand.
- Es gibt eine Art von ‘psychologischer Projektion’ durch die Beobachtung am Spalt:
andere Eigenschaften werden übertragen.
Wir haben festgestellt: Einmal kommt eine Welle an, das andere Mal kommen Teilchen an. Das war vor 70 Jahren eine Sensation und ist es immer noch: Woher rührt der Unterschied? Die Frage, die es zu beantworten gilt, ist: Ist die Veränderung (der Eigenschaften) der Photonen real oder ist sie es nicht? Ist sie vielleicht im psychologischen Sinne nur eingebildet? Kollektiv eingebildet?
Mit anderen Worten: Läßt die Beobachtung durch ein menschliches Wahrnehmungssystem aus etwas, das ein Feld, bzw. eine Welle ist, tatsächlich ein Teilchen entstehen - und/oder wird die Teilcheneigenschaft nur wie eine psychologische Projektion auf den Betrachtungsgegenstand übertragen, ohne im zueigen zu sein?
Das ist in der Tat eine weltbewegende und uralte Frage: Vor über zweitausend Jahren hat sie Platons Politeia im Höhlengleichnis bearbeitet. Dort wird anschaulich die ‘Welt der Schatten’ von der ‘Welt des Lichts’ abgrenzt.
Dürfen wir die Schattenwelt mit der Teilchen-Welt gleichsetzen und die Lichtwelt mit der Wellen-Welt? Ja, das dürfen wir, wenn der beschriebene Vorgang einer kollektiven psychologischen Projektion von falschen Eigenschaften auf das Beobachtete entspricht. Platons Gleichnis ist tatsächlich so zu verstehen.
Und wie kommt das: Warum sollte die ganze Menschheit hinters Licht geführt worden sein und noch werden? Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter ausführen.
Stattdessen lade ich Sie ein auf die Seite: Ein einfaches Modell der Welt. Ich lade Sie ein mit den Fragen: Warum sind aus Ätherphotonen Raumzeitphotonen entstanden oder deutlicher: Warum sind aus Ätherphotonen Raumzeitphotonen gemacht worden? Sehen wir bis heute alle etwas, das es nicht gibt und übersehen wir bis heute alle etwas, das es gibt? Ich wünsche Ihnen mit Bühler: ein gründliches Aha-Erlebnis – und mit Platon: eine vollständige Umwendung der Seele.
Ergänzung: Die Erkenntnistheorie sagt: Alles, was wir wahrnehmen, ist eine Art Einbildung. Die Übersetzung eines prinzipiell unbekannten Umweltreizes in Modell, das unser Verhalten und Erleben in der Umwelt regelt. Vom evolutiven Standpunkt aus betrachtet kann diese Übersetzung ‘passend’ sein oder ‘unpassend’. Es ist ganz logisch: Wenn die Menschheit bisher ein ‘unpassendes’ Modell gewählt hat, wird es Zeit, auf ein ‘passendes’ umzusteigen. Wenn man die Probleme ansieht, die das bisherige Wirklichkeits-Modell erzeugt bzw. ungelöst läßt, ist es höchste Zeit.
Geschrieben in Spirituelle Psychologie | 1 Kommentar »