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Priestertum zweiter Hand

Ein wesentliches Kriterium bei der Beschreibung eines Priesters ist Weihe bzw. Salbung. Wenn wir die Bibel studieren, gibt es dort die Unterscheidung zwischen von Gott unmittelbar geweihten Priestern und von Priestern, die von Priestern geweiht wurden.

In der Übersetzung Luthers heißt dies ab Hebr 7,15:
15 Und es ist noch viel klarer, so nach der Weise Melchisedeks ein anderer Priester aufkommt, 16 welcher nicht nach dem Gesetz des fleischlichen Gebots gemacht ist, sondern nach der Kraft des unendlichen Lebens. 17 Denn er bezeuget: Du bist ein Priester ewiglich nach der Ordnung Melchisedeks. 18 Denn damit wird das vorige Gesetz aufgehoben, darum daß es zu schwach und nicht nütze war 19 (denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen), und wird eingeführet eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen; 20 und dazu, das viel ist, nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester worden; 21 dieser aber mit dem Eid durch den, der zu ihm spricht: Der Herr hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.

Die zitierten Bibelstelle stellt zwei Priesterreihen vor. Die eine Reihe geht aus menschlichem Tun hervor, die andere aus göttlichem. Der von Gott geweihte bzw. gesalbte Priester ist dem anderen vorzuziehen. Beeindruckend: Der Eid beim gottbestimmten Priester stammt nicht vom Menschen, dieser Eid stammt von Gott.

Ich weiß auch hier, daß das, was ich jetzt sage, nicht nur in den Kreisen der Kirche auf Ablehnung stoßen wird, bitte lesen Sie trotzdem:

Wenn Gott selbst in der Lage ist, die Weihe vorzunehmen, warum klinken sich dann Menschen ein? Weshalb kommt eine Priesterweihe zustande, die von irrtumsanfälligen Irdischen vorgenommen wird, wenn der Himmel das selbst machen kann?

Vor dieser Frage sind die medienplazierten Beteuerungen des Papstes in den vereinigten Staaten sowie die Pressemeldungen über pädophile und pädosexuelle Priester in Deutschland und Österreich in einem neuen Licht zu sehen.

Was ist das für eine Kirche – bzw. was sind das für Kirchen, die sich das Recht reservieren, die Priester zu bestimmen? Sogar exclusiv? Die Fragen sind rhetorisch.

Und die Problemlösung metaphorisch:
Wir sollten uns wieder daran erinnern: Es um die Weitergabe des Feuers und nicht um die Anbetung der Asche.

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