Urteilen

In diesem Abschnitt finden Sie drei kleine Texte, die wesentlich über das Urteilen handeln. Nicht über die falsch verstandene spirituelle Wendung: „Du sollst nicht urteilen.“ Sie ist schon deshalb falsch verstanden, weil sie selbst ein Urteil ist. Und mehr noch, weil alle Religionen Urteilssysteme sind, die zwischen richtigem und falschem Verhalten unterscheiden. Schließlich: Es heißt gar nicht „Du sollst nicht urteilen.“ Sondern „Du sollst nicht urteilen wie ein Mensch.

Hier geht es um das Beurteilen von unten nach oben. Um die verborgene Hürde, die ein Verstehen verhindert sowie um das, wie es eigentlich sein sollte, wenn jemand auf einen Lehrer einer kompetenten Weisheitschule trifft:

1. Gewundert

In der Schule, wenn ein durchschnittlicher Schüler das Werk eines überdurchschnittlichen Autors beurteilt. Im Studium, wenn ein durchschnittlicher Student die Veröffentlichung eines herausragenden Wissenschaftlers beurteilt. Das waren Gelegenheiten, bei denen ich mich oft sehr wunderte: Woher nimmt der eine die Sicherheit im Urteil über den anderen – besonders, wenn dieses nicht nur kritisch, sondern abqualifizierend war?

2. Eitelkeit

Die Eitelkeit ist ein großes Geschenk des Menschen an den Teufel.
Sie ist ein ihm weit geöffnetes Tor, vom Menschen Besitz zu ergreifen.

3. Annehmen

Alles, was Du dann tun kannst, ist annehmen. Annehmen, was wir sagen. Wir wissen, daß Du das Gesagte nicht wirklich verstehen und schon gar nicht beurteilen kannst und wir wissen auch warum. Also: Vergiß Deine eitle Kritik, nimm das Gesagte an und arbeite mit dem Geschenken, die Dir die Weisheit macht.

Damit dies nicht untergeht: Hier geht es auch um das Annehmen von Weisheit und Wissen durch den selbst akademisch lorbeerbekränzten Schulwissenschaftler , sofern diese bereits paradigmatisch seinem übergeordnet sind.

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