Sie befinden sich aktuell in den Spirituelle Psychologie Blog-Archiven für den folgenden Tag 2.4.2008.
- Begrüßung (4)
- Spirituelle Psychologie (171)
- Zähler (1)
- 4.2.2009: Umgezogen...
- 7.1.2009: Wahre Liebe
- das aufrechte Herz - 6.1.2009: Ein Karmischer Knoten
- zwei Körper, acht Seelen und eine Vielzahl von Beziehungen - 1.1.2009: Meine Wünsche für 2009
- 30.12.2008: Mystifizierung - Der Wahnsinn in der Familie
- 28.12.2008: Die verfluchten geraden Zahlen...
- 27.12.2008: Fraktale Ankündigung
- 27.12.2008: Zunahme rechtsradikaler Straftaten
- 26.12.2008: Die katholische Kirche und der keltische Tempel
- 26.12.2008: Keltenschanzen
Gedichte und Liedskizzen
Information
Archive für 2.4.2008
Mitgefühl
2.4.2008 von Ralf C Maucher.
Mary T Browne, eine spirituelle Autorin, der man nicht bis zuletzt folgen sollte, schreibt in ihrem „Die Macht des Karmas“ auf Seite 250: „Wenn du einen Hilferuf hörst, ist es dein Karma, ihn zu beantworten.“ Immer wieder erhebt sie in diesem Buch die Forderung nach Mitgefühl und Hilfe.
Leicht ist die assoziative Verbindung zu Buddha herzustellen oder auch zum heiligen Franziskus, der sich vor Empathie mit Flora und Fauna kaum mehr traute, durch seine Schritte Grashalme zu biegen oder knicken. (Vor etwa zehn Jahren hat Prof. Peter Cornelius Mayer-Tasch mir einen Text zugeschickt, der hiervon Zeugnis gibt.)
Die weitgehendste Forderung nach Mitgefühl wird durch ein Bodhisattva-Gelübde sichtbar: Hier verspricht beispielsweise ein Weiser, solange auf der Erde zu inkarnieren, bis auch die letzte Seele auf bzw. von der Erde erlöst ist.
Ein vorsichtiger Betrachter wird natürlich überprüfen, inwieweit narzisstische Größenphantasien diese besondere Art der Bescheidenheit hervorbringen. Er wird auch überprüfen, welchem anderen Wesen ein solches Gelübde bzw. eine gemäßigte Form von Mitgefühl Vorteile bringt.
Die einfache Frage: „Hat nicht der Schurke am meisten vom Mitgefühl?“ stellt sich schnell. Weiter gedacht bieten sich transpersonale und transdimensionale Modelle an, wenn wir die weitere Frage stellen: Ist Mitgefühl die Botschaft Gottes zum besseren Umgang miteinander oder ist das Mitgefühl vielleicht doch eine der besten Waffen des Teufels?
Selbstverständlich finden sich narzisstische Motive bei allen Arten von Erlöserselbstbildern. Und der Schurke hat auch etwas von dem Mitgefühl. Es kann milde stimmen – vielleicht milder als er verdient. Die Alternativfrage ist natürlich nicht einseitig zu beantworten. Mitgefühl ist nicht das eine oder andere, sondern kann beides sein:
An anderer Stelle wurde erläutert, daß die meisten Menschen in ihrer ersten Lebensphase praktisch ausschließlich projizieren, wenn sie die Außenwelt (und andere Menschen) wahrnehmen. Hier ist Mitgefühl eine gute Empfehlung, sie puffert das eigene Fehlurteil über andere.
Doch es gibt auch das Mitgefühl als falsche Fährte: Es gibt tatsächlich Menschen, die nichts taugen. Sie haben keine andere Funktion als die anständigen Menschen vom Weg abzubringen. Ihnen gegenüber Mitgefühl zu entwickeln und vielleicht sogar für sie tätig zu sein, ist das Gegenteil von Gottesdienst.
Das sieht übrigens sogar Mary T Brown. Sie schreibt zwei Seiten vorher: „Manche Leute sind einfach faule Eier.“ Doch es gelingt ihr nicht, diese Einsicht auch in ihre Theorie zu integrieren – sie kann der Verlockung, universeller Gutmenschen zu fordern, dann doch nicht widerstehen.
Dazu sagt Laotse: „Der Allzugute ist ein Feind des Richtigen.“
Und er lehrt uns, daß wir einen weiten Weg zu gehen haben, wenn wir ankommen wollen: „Anstand erscheint …, nachdem das Tao vergangen ist, Mitgefühl … nach dem Vergehen der Anstandes, Gerechtigkeit nach dem Vergehen des Mitgefühl und wahrhaftes Schicksal nach dem Vergehen der Gerechtigkeit.“
Und was bedeutet das fürs Handeln? Mitgefühl und Wohlwollen – ja. Aber nicht für diejenigen, die das Schlechte oder Böse im Hilferuf verstecken wollen. Die Aufgabe also, genau wahrzunehmen und nicht blind Regeln einzuhalten – ob sie jetzt von Mary T Brown, Franziskus oder einem anderen stammen.
Geschrieben in Spirituelle Psychologie | Keine Kommentare »